Das schlechte Gewissen, das fast alle Eltern kennen
Wie oft hast du deinem Kind schon das Tablet gegeben, damit du kurz durchatmen, kochen oder telefonieren kannst? Und wie oft kam danach dieses nagende Gefühl: Bin ich eine schlechte Mutter, ein schlechter Vater?
Nein, bist du nicht. Du ziehst ein Kind in einer digitalen Welt groß, für die es noch kein fertiges Handbuch gibt. Das schlechte Gefühl danach zeigt vor allem eins: Dir liegt dein Kind am Herzen. Und du bist damit in guter Gesellschaft.
So lange schauen Kinder im Kita-Alter im Schnitt Videos, Serien oder Fernsehen, schätzen ihre Eltern. Mit 4 bis 5 Jahren sind es 72 Minuten.
miniKIM-Studie 2023, mpfsZwei Jahre zuvor waren es 23 %. In keiner Altersgruppe ist die tägliche Internetnutzung so stark gestiegen.
KIM-Studie 2024, mpfs, Basis: Kinder, die das Internet nutzenSie haben an keinem Gerät, das ihr Kind nutzt, Kinder- oder Jugendschutz-Einstellungen aktiviert.
KIM-Studie 2024, mpfs, Eltern von 6- bis 13-JährigenNach Schätzung der Eltern verbringen Kinder zwischen 6 und 13 Jahren insgesamt rund drei Stunden am Tag vor Bildschirmen, Fernsehen eingerechnet (KIM-Studie 2024). Warum ergreifen so viele Eltern keine Maßnahmen? Nicht weil es ihnen egal ist. Sondern weil „Bildschirm aus!“ im Alltag oft in Streit endet, weil gute Alternativen fehlen und weil niemand erklärt, was wirklich hilft.
Genau dafür ist dieser Guide da. Ohne Moralpredigt und ohne Forderungen, die im Familienalltag keiner schafft. Mit Richtwerten, die du einordnen kannst, und Strategien, die in echten Familien funktionieren.
Nicht jede Bildschirmzeit ist gleich
20 Minuten Kinderyoga, bei denen dein Kind durchs Wohnzimmer stampft, sind etwas völlig anderes als 20 Minuten Kurzvideos. Trotzdem landet in der Debatte oft alles in einem Topf. Hilfreicher ist es, drei Arten zu unterscheiden.
Dein Kind schaut, das nächste Video startet von selbst. Es sitzt still und nimmt auf. Keine Bewegung, kaum eigene Ideen. Typisch: Autoplay-Schleifen, Kurzvideos, Serien am Stück.
Der Bildschirm ist ein Werkzeug: Dein Kind bewegt sich zu einem Kinderyoga-Video, malt digital, baut, programmiert oder übt mit einer guten Lern-App.
Ein Videotelefonat mit Oma, ein Spiel zusammen mit Freunden, ein Film mit dir auf dem Sofa, über den ihr danach redet. Hier steht die Verbindung im Vordergrund.
Die Frage ist also nicht nur: Wie viel Bildschirmzeit? Sondern auch: Welche Art von Bildschirmzeit? Beides zählt. Die Minuten geben einen Rahmen, der Inhalt entscheidet, ob die Zeit deinem Kind guttut.
Wie viel Bildschirmzeit ist okay? Die Empfehlungen nach Alter
Drei Quellen sind für Eltern in Deutschland am wichtigsten: die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, bis Februar 2025 BZgA) und die Leitlinie der Kinder- und Jugendärzte zur Bildschirmnutzung. Die Werte gelten für die Freizeit, Hausaufgaben am Bildschirm zählen nicht mit.
| Alter | WHO | BIÖG (früher BZgA) | Leitlinie der Kinderärzte |
|---|---|---|---|
| Unter 2 Jahren | Kein Bildschirm | Am besten gar keiner | Gar keiner |
| 2 Jahre | Höchstens 1 Stunde, weniger ist besser | Am besten gar keiner | Gar keiner |
| 3 bis 4 Jahre | Höchstens 1 Stunde, weniger ist besser | Höchstens 30 Minuten, möglichst nicht täglich | Höchstens 30 Minuten, nicht jeden Tag, nur mit dir |
| 5 bis 6 Jahre | Keine Minutenzahl, Freizeit am Bildschirm begrenzen | Höchstens 30 Minuten, möglichst nicht täglich | Höchstens 30 Minuten, nicht jeden Tag, nur mit dir |
| 6 bis 9 Jahre | Keine Minutenzahl, Freizeit am Bildschirm begrenzen | Höchstens 30 bis 45 Minuten in der Freizeit, möglichst nicht täglich | Höchstens 30 bis 45 Minuten, nicht jeden Tag |
| 9 bis 12 Jahre | Keine Minutenzahl, Freizeit am Bildschirm begrenzen | Keine eigene Angabe | Höchstens 45 bis 60 Minuten am Tag |
Quellen: WHO-Leitlinie für Kinder unter 5 Jahren (2019) und für 5- bis 17-Jährige (2020); BIÖG, kindergesundheit-info.de (Stand Dezember 2025); S2k-Leitlinie „Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend“, federführend Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (2023).
Was die Zahlen bedeuten
Die deutschen Empfehlungen sind strenger als die der WHO. Sie sind als Orientierung gedacht, nicht als Messlatte, an der du jeden Tag scheiterst. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Kinder zwischen 2 und 5 Jahren schauen im Schnitt schon 67 Minuten am Tag Videos, Serien oder Fernsehen (miniKIM 2023). Die amerikanische Kinderärzte-Vereinigung AAP hat ihre Empfehlungen im Januar 2026 neu gefasst und blickt stärker darauf, welche Inhalte Kinder nutzen, wie Apps gestaltet sind und welche Regeln eine Familie gemeinsam findet.
Heißt für dich: Nimm die Richtwerte als Kompass. Wenn ihr darüber liegt, ist das kein Grund zur Panik. Schau zuerst, was dein Kind am Bildschirm macht, und dreh dann Schritt für Schritt an der Menge.
Bildschirmzeit nach Alter: Was wann passt
Jedes Alter braucht etwas anderes. Diese Übersicht hilft dir, Bildschirmzeit passend zu gestalten.
Echte Welt statt Bildschirm
Richtwert: am besten gar keiner
Kleine Kinder lernen mit allen Sinnen: anfassen, schmecken, krabbeln, klettern. Aus Bildern auf dem Bildschirm können sie noch wenig mitnehmen. Eine Ausnahme machen viele Fachleute beim Videotelefonat mit Oma und Opa, weil es dabei um echte Begegnung geht.
Wenig und immer gemeinsam
Richtwert: höchstens 30 Minuten
Wenn Bildschirm, dann kurz und mit dir. Erzähl, was passiert, stell Fragen: „Was macht der Bär da?“ Eine Kinderyoga-Einheit von 10 bis 20 Minuten passt gut in diesen Rahmen, am schönsten, wenn du mitmachst.
Feste Zeiten, klare Absprachen
Richtwert: 30 bis 45 Minuten in der Freizeit
Jetzt lohnen sich feste Zeitfenster und ein gemeinsamer Medienplan: Wann, was und wie lange? Nach einem langen Schultag ist aktive Bildschirmzeit wie Kinderyoga ein guter Ausgleich zum vielen Sitzen.
Mitentscheiden lernen
Richtwert: 45 bis 60 Minuten am Tag
Dein Kind will mehr selbst bestimmen, und das darf es Schritt für Schritt. Deine Rolle wandelt sich vom Aufpassen zum Begleiten. Bleib im Gespräch: Was schaust du? Wie fühlst du dich danach? Wer im Gespräch bleibt, erfährt eher, wenn online etwas Komisches passiert.

Für Kinder von 3 bis 10 Jahren: Im KIDSYOGA+ Club dauert ein Abenteuer 10 bis 20 Minuten und hat ein klares Ende. Kein Autoplay, keine Werbung.
7 Strategien für sinnvolle Bildschirmzeit
Theorie ist gut. Aber was hilft an einem ganz normalen Dienstagnachmittag? Diese sieben Strategien funktionieren in echten Familien.
Verbieten klappt in den wenigsten Familien. Tausch lieber einen Teil der Berieselung gegen Bildschirmzeit, bei der dein Kind etwas tut, zum Beispiel ein Kinderyoga-Abenteuer.
Kinder kommen mit festen Regeln besser zurecht als mit „Heute nicht“ und „Später vielleicht“. Wenn die Regel steht, wird weniger verhandelt. Das entlastet dich.
Nicht jede Minute, aber regelmäßig. Setz dich dazu und lass dir zeigen: „Was baust du da?“ So weißt du, was dein Kind sieht, und Bildschirmzeit wird zu gemeinsamer Zeit.
Am Esstisch, im Kinderzimmer über Nacht und morgens vor dem Losgehen bleibt der Bildschirm aus. Auch auf kurzen Autofahrten muss nicht automatisch das Tablet laufen.
Autoplay aus, Zeitlimits an, Kinderschutz aktiv. Das dauert einmal eine halbe Stunde und erspart dir viele Diskussionen.
Schon Grundschulkinder verstehen, dass sich manche Videos gut anfühlen und manche nicht. Kinder, die wissen, warum es eine Regel gibt, halten sich eher daran.
Der unbequemste Tipp: Kinder machen nach, was sie sehen. Wenn dein Handy beim Abendessen in der Schublade liegt, fällt die Regel „Kein Bildschirm am Tisch“ allen leichter. Und dir tut es auch gut.

Tipp: Schreib drei bis fünf gute Bildschirm-Möglichkeiten auf einen Zettel und häng ihn an den Kühlschrank. Wenn dein Kind nach dem Tablet fragt, zeigst du auf die Liste: „Such dir etwas aus.“
So kann ein Tag mit klaren Zeitfenstern aussehen
- Morgensvor Kita oder SchuleAnziehen, frühstücken, los. Bildschirme bleiben aus, dann gibt es morgens einen Streitpunkt weniger.
- Nachmittagsein festes FensterDie Bildschirmzeit hat ihren Platz, zum Beispiel nach dem Mittagessen oder nach den Hausaufgaben. Wie lang, richtet sich nach dem Alter.
- Früher Abendruhig und aktivWenn abends noch etwas am Bildschirm läuft, dann Ruhiges zum Mitmachen, zum Beispiel Kinderyoga mit Fantasiereise vor dem Abendessen.
- Letzte Stunde vor dem SchlafenbildschirmfreiSo empfehlen es das BIÖG und die Leitlinie der Kinderärzte. Vorlesen, kuscheln, die Bauchatmung im Bett, alles ohne Gerät.
- Esstisch: kein Bildschirm, auch nicht für Erwachsene
- Kinderzimmer: Tablet und Handy schlafen nachts woanders
- Morgens: erst anziehen und frühstücken
- Kurze Autofahrten: Hörspiel statt Tablet
- Autoplay aus bei YouTube, Streamingdiensten und Apps
- Zeitlimits: „Bildschirmzeit“ bei Apple, Family Link bei Android
- Kinderschutz: Käufe sperren, Inhalte nach Alter filtern
- Abends: Helligkeit runter, Nachtmodus an
Das Gespräch mit deinem Kind kann ganz einfach beginnen: „Manche Videos machen dich danach müde und schlecht gelaunt. Und manche machen dich fröhlich und stark. Welche findest du besser?“
Die 5 häufigsten Fehler und was stattdessen hilft
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Diese Fallen kennen viele Eltern.
| Fehler | Warum es nicht klappt | Besser so |
|---|---|---|
| „Gar kein Bildschirm!“ | Schwer durchzuhalten, erzeugt Druck und Heimlichkeit | Klare Regeln statt Totalverbot |
| Bildschirm als Belohnung | Macht den Bildschirm wertvoller als alles andere | Bildschirmzeit als normalen Teil des Tages planen |
| Bildschirmentzug als Strafe | Verstärkt die Fixierung und führt zum Machtkampf | Konsequenzen, die zum Verhalten passen |
| Nur auf Minuten achten | Übersieht, was dein Kind eigentlich macht | Auf Menge und Art achten |
| Plötzlich ausschalten | Führt zu Frust und Wutausbrüchen | Fünf Minuten vorher ankündigen und etwas Schönes anbieten |
Bildschirmzeit und Gesundheit: Was die Forschung sagt
Die Forschung ist differenzierter als viele Schlagzeilen. Eine große Auswertung von Langzeitstudien zeigt: Bildschirmzeit und Probleme verstärken sich gegenseitig. Und es kommt darauf an, was Kinder am Bildschirm machen und ob Erwachsene dabei sind.
Viel Bildschirmzeit hängt mit späteren emotionalen Problemen zusammen. Und umgekehrt: Kinder mit Problemen greifen häufiger zum Bildschirm.
Vasconcellos u. a., Psychological Bulletin, 2025Fast jedes zweite Schulkind hat mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme. 2019/20 waren es noch 36 %.
DAK-Präventionsradar, Schuljahr 2025/26, Klassen 5 bis 10So bewertet das Bewegungs-Zeugnis, wie viel sich Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen.
Bewegungs-Zeugnis 2022, TU MünchenSchlaf
Helles Bildschirmlicht und spannende Inhalte am Abend halten wach und können das Einschlafen verzögern. Deshalb raten BIÖG und Kinderärzte zu einer bildschirmfreien letzten Stunde vor dem Schlafen. Ruhige Rituale ohne Gerät helfen beim Umschalten.
Konzentration
Kurzvideos mit schnellen Schnitten liefern ständig neue Reize. Längeres Dranbleiben braucht Übung. Yoga kann dabei helfen: In einer Studie mit Fünfjährigen hat sich die Unaufmerksamkeit nach zwölf Wochen mit zwei Einheiten pro Woche fast halbiert (Jarraya u. a., 2019).
Bewegung
Jede Stunde vor dem Bildschirm ist meist eine Stunde im Sitzen. Aktive Bildschirmzeit dreht das um: Beim Kinderyoga steht dein Kind auf, streckt sich, balanciert und atmet, obwohl ein Bildschirm läuft.
Gefühle
Viele Eltern kennen das: Nach langem Schauen ist ihr Kind gereizt, besonders wenn abrupt Schluss ist. Bewegung, Atmung und eine kurze Ruhephase helfen dem Nervensystem, wieder runterzukommen.
Und die Kreativität?
Beim passiven Schauen liefert der Bildschirm fertige Bilder. Beim Malen, Bauen oder bei Kinderyoga ohne Zeichentrick muss dein Kind die Welt im eigenen Kopf entstehen lassen. Der Teppich wird zum Dschungel, das Sofa zum Berg. Genau das fördert Fantasie.
Gute und schlechte Bildschirmzeit: Die Checkliste
Zum Ausdrucken, für den Kühlschrank oder als Merkhilfe im Kopf.
- Kinderyoga-Abenteuer, bei denen sich dein Kind bewegt
- Kreativ-Apps, mit denen dein Kind selbst malt, baut oder Musik macht
- Videotelefonate mit Familie und Freunden
- Lern-Apps ohne Werbung und ohne In-App-Käufe
- Gemeinsam einen Film schauen und darüber reden
- Bau- und Programmierspiele für Kinder
- Alles mit einem klaren Ende
- Endlose Videos mit Autoplay
- Kurzvideos im Dauerlauf
- Serien stundenlang als Babysitter
- Spiele mit Lootboxen und In-App-Käufen
- Inhalte, die nicht zum Alter passen
- Bildschirm in der letzten Stunde vor dem Schlafen
- Bildschirm beim Essen als Gewohnheit
Der 5-Fragen-Check
Unsicher bei einer neuen App oder einem Video? Diese fünf Fragen helfen dir beim Einordnen.
- Bewegt sich mein Kind oder macht es selbst etwas?Wenn ja, ist das schon viel wert.
- Hat es ein klares Ende?Eine Folge, ein Abenteuer, ein Spiel. Kein Autoplay, kein endloses Weiterwischen.
- Ist es werbefrei und passt es zum Alter?Keine Werbung, keine Kaufaufforderungen, Inhalte für das Alter deines Kindes.
- Wie ist mein Kind danach?Ruhig und zufrieden oder gereizt und aufgedreht? Die Stimmung danach sagt viel über den Inhalt.
- Bleibt genug Zeit für den Rest?Draußen spielen, Freunde treffen, Langeweile haben, schlafen. Der Bildschirm soll nichts davon verdrängen.
- Malen, Basteln, Kneten, das Material griffbereit
- Hörspiele und Hörbücher, zum Beispiel über eine Musikbox für Kinder
- Draußen spielen, auch bei Regen
- Zusammen kochen und backen
- Bauen mit Bausteinen und Klötzen
- Brett- und Kartenspiele
- Verkleiden und Rollenspiele
Der Trick: Die Alternative muss so leicht erreichbar sein wie das Tablet. Leg Stifte, Papier und Bausteine sichtbar hin, statt sie erst suchen zu müssen.
Kinderyoga: Bildschirmzeit, die bewegt statt berieselt
Klingt erst einmal widersprüchlich: Die Lösung für zu viel Bildschirmzeit ist Bildschirmzeit? Ja, wenn es die richtige Art ist.
Bei Online-Kinderyoga sitzt dein Kind nicht still vor dem Gerät. Es springt, streckt sich, atmet, lacht und verwandelt sich in Tiere, Dinos oder mutige Heldinnen und Helden. Es ist in Bewegung, folgt einer Geschichte, und am Ende kommt es mit einer Fantasiereise zur Ruhe.
| Merkmal | Passiver Konsum | Kinderyoga-Video |
|---|---|---|
| Bewegung | Keine | Der ganze Körper macht mit |
| Mitmachen | Dein Kind schaut nur zu | Dein Kind macht aktiv mit |
| Aufmerksamkeit | Zerstückelt durch schnelle Schnitte | 10 bis 20 Minuten bei einer Geschichte |
| Danach | Oft gereizt oder aufgedreht | Jede Einheit endet mit einer Ruhephase |
| Werbung | Häufig, dazu In-App-Käufe | Keine bei KIDSYOGA+ |
| Ende | Autoplay läuft weiter | Klares Ende nach dem Abenteuer |
„Wir als Eltern feiern das sehr, dass das so ein geschützter ‚Safe Online Space‘ ist und wir können sie da vollkommen im Vertrauen […] Yoga machen lassen und sie liebt es.“
So baust du Kinderyoga in den Alltag ein
- Morgens: 10 Minuten als Muntermacher vor dem Frühstück
- Nachmittags: Ein Abenteuer als Ausgleich nach Kita oder Schule
- Früher Abend: Ruhiges Kinderyoga mit Fantasiereise statt Abendprogramm, danach Gerät aus
- Am Wochenende: Zusammen als Familie auf der Matte



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Häufige Fragen zur Bildschirmzeit bei Kindern
Wie viel Bildschirmzeit ist okay für ein 5-jähriges Kind?
Das BIÖG (früher BZgA) und die Leitlinie der Kinder- und Jugendärzte empfehlen für Kinder von 3 bis 6 Jahren höchstens 30 Minuten am Tag, möglichst nicht jeden Tag und zusammen mit dir. Die WHO nennt für Kinder bis 4 Jahre höchstens eine Stunde und sagt: weniger ist besser. Viele Familien liegen darüber. Fang dort an, wo es am leichtesten geht: feste Zeitfenster, Autoplay aus und lieber Inhalte zum Mitmachen als endloses Schauen.
Ist Online-Kinderyoga auch Bildschirmzeit?
Ja, dein Kind schaut dabei auf einen Bildschirm, und die Zeit zählt mit. Inhaltlich ist es aber etwas anderes als Berieselung: Dein Kind bewegt sich, atmet mit, folgt einer Geschichte, und nach 10 bis 20 Minuten ist Schluss. Man spricht von aktiver Bildschirmzeit.
Ab wann sollte abends der Bildschirm aus sein?
Eine Stunde vor dem Schlafengehen, so empfehlen es das BIÖG und die Leitlinie der Kinderärzte. Wenn ihr abends Kinderyoga macht, dann lieber am frühen Abend, zum Beispiel vor dem Abendessen. Im Bett helfen Übungen ohne Gerät, etwa die Bauchatmung, die dein Kind aus den Abenteuern kennt.
Mein Kind flippt aus, wenn ich den Bildschirm wegnehme. Was tun?
Das ist häufig und oft ein Zeichen, dass das Ende überraschend kommt. Kündige es fünf Minuten vorher an. Nutze feste Zeitfenster, damit dein Kind weiß, wann Bildschirmzeit ist und wann nicht. Und biete etwas an, statt nur etwas wegzunehmen: „Bildschirm aus, und dann bauen wir zusammen eine Höhle.“
Schadet Bildschirmzeit der Kreativität meines Kindes?
Das kommt auf die Art an. Beim passiven Schauen empfängt das Gehirn nur. Beim Malen, Bauen, Gestalten oder bei Kinderyoga ohne Zeichentrick muss dein Kind die Bilder selbst im Kopf erschaffen. Achte deshalb nicht nur auf die Menge, sondern auch darauf, was dein Kind am Bildschirm macht.
Sollte ich YouTube komplett verbieten?
Totalverbote halten selten und machen das Verbotene oft noch spannender. Sinnvoller: YouTube Kids oder den eingeschränkten Modus nutzen, Autoplay ausschalten und klare Absprachen treffen, zum Beispiel „zwei Videos, die du selbst aussuchst“. Ergänze das durch Angebote zum Mitmachen wie Kinderyoga.
Ist es schlimm, wenn mein Kind beim Essen etwas schaut?
Als feste Gewohnheit ja. Abgelenkt spüren Kinder schlechter, wann sie satt sind, und die gemeinsame Zeit am Tisch geht verloren. BIÖG und Kinderärzte raten deshalb zu Mahlzeiten ohne Bildschirm. Die Regel wirkt am besten, wenn sie für alle gilt, auch für dich.
Ab welchem Alter braucht mein Kind ein eigenes Handy?
Die Leitlinie der Kinderärzte empfiehlt ein eigenes Smartphone frühestens ab 9 Jahren, besser erst ab 12. In der Praxis hat laut KIM-Studie 2024 schon jedes dritte Kind mit 8 bis 9 Jahren eines. Wenn es so weit ist: mit Kinderschutz-Einstellungen, klaren Regeln und nachts nicht im Kinderzimmer. Soziale Netzwerke sollen Kinder nach Empfehlung der Expertenkommission der Bundesregierung erst ab 13 Jahren eigenständig nutzen.
Wie gehe ich damit um, wenn bei Freunden andere Regeln gelten?
Bleib bei euren Regeln, ohne die anderen Familien schlechtzumachen. Erklär deinem Kind: „Bei uns läuft das so, und das hat gute Gründe.“ Kinder verstehen gut, dass jede Familie ihre eigenen Regeln hat.
Wie richte ich Zeitlimits am Tablet oder Handy ein?
Auf Apple-Geräten heißt die Funktion „Bildschirmzeit“, auf Android hilft Google Family Link. Dort legst du Zeitlimits pro App fest, sperrst Käufe und stellst Ruhezeiten ein. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für viele Geräte und Dienste findest du auf medien-kindersicher.de.
Gibt es gute Apps, die ich bedenkenlos nutzen kann?
Keine App ersetzt deine Begleitung, aber manche sind deutlich besser als andere. Achte auf diese Punkte: ohne Werbung, ohne In-App-Käufe, ohne Autoplay, pädagogisch durchdacht und altersgerecht. So ist zum Beispiel der KIDSYOGA+ Club aufgebaut.
Fazit: Weniger Schuld, mehr Bewusstsein
Bildschirme werden nicht verschwinden, und das müssen sie auch nicht. Die digitale Welt gehört zum Leben deines Kindes, genau wie Spielplatz, Bücher und Freundschaften. Deine Aufgabe ist nicht, den Bildschirm zu verteufeln, sondern deinem Kind einen gesunden Umgang damit beizubringen. Schritt für Schritt, ohne Perfektionsanspruch.
- Menge und Art zählen: Die Richtwerte geben den Rahmen, der Inhalt entscheidet, ob die Zeit guttut
- Routinen statt Verbote: Feste Zeitfenster geben Sicherheit und sparen Diskussionen
- Aktiv statt passiv: Kinderyoga, kreative Apps und Videotelefonate sind wertvolle Bildschirmzeit
- Letzte Stunde bildschirmfrei: Das hilft beim Einschlafen
- Kein schlechtes Gewissen: Du bist eine gute Mutter, ein guter Vater, auch wenn dein Kind heute am Tablet war
- Vorbild sein: Dein eigener Umgang mit dem Handy prägt dein Kind am meisten








