„Mein Kind kann sich einfach nicht konzentrieren“
Es ist Hausaufgabenzeit. Dein Kind sitzt am Tisch, aber nach drei Minuten schaut es aus dem Fenster. Nach fünf Minuten steht es auf. Nach sieben Minuten fragt es, ob es spielen darf. Du atmest durch und sagst zum fünften Mal: „Setz dich hin und mach weiter.“
Kommt dir das bekannt vor? Du bist damit nicht allein. Konzentrationsprobleme gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern nach Unterstützung suchen. Und viele Kinder starten heute müde und mit zu wenig Bewegung in den Tag.
Sie haben mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme. 2019/20 waren es noch 36 %.
DAK-Präventionsradar, Schuljahr 2025/26, Klassen 5 bis 10Mindestens einmal pro Woche. Ein müder Kopf hat wenig Kraft für Fokus.
DAK-Präventionsradar, Schuljahr 2025/26, Klassen 5 bis 10So bewertet das Bewegungs-Zeugnis die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
Bewegungs-Zeugnis 2022, Technische Universität MünchenDie gute Nachricht: Meistens steckt keine Störung dahinter. Konzentrationsprobleme zeigen oft, dass im Alltag etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zu wenig Bewegung, zu viele Reize, zu wenig Schlaf. Und das lässt sich ändern.

Du willst wissen, wie dein Kind in den Fokus findet? Im Konzentrationskurs findest du mit einem Selbsttest heraus, welcher Konzentrationstyp dein Kind ist.
Was ist Konzentration und was nicht?
Konzentration ist die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit eine Weile bewusst auf eine Aufgabe zu richten und Ablenkungen auszublenden.
Wichtig: Konzentration ist keine Eigenschaft, die man hat oder nicht hat. Sie ist eine Fähigkeit, die mit dem Alter wächst und sich üben lässt. Ähnlich wie ein Muskel: Je öfter dein Kind sie nutzt, desto stärker wird sie.
- Eine Fähigkeit, die sich üben lässt
- Abhängig von Schlaf, Bewegung und Essen
- Altersabhängig, Kinder brauchen kürzere Etappen
- Beeinflussbar durch Umgebung und Routinen
- Angeboren und unveränderlich
- Nur eine Frage des Willens („Streng dich mehr an!“)
- Dasselbe wie langes Stillsitzen
- Automatisch ein Zeichen für ADHS, wenn sie fehlt
Dein Kind baut stundenlang mit Lego, hält es aber keine zehn Minuten bei den Hausaufgaben aus? Das ist kein Zeichen für fehlende Konzentration. Es zeigt, wie viel Motivation und Interesse ausmachen. Kinder konzentrieren sich am besten auf Dinge, die sie fesseln. Deshalb funktioniert Kinderyoga so gut: Es macht aus Konzentrationsübungen Abenteuer.
Wie lange können sich Kinder konzentrieren?
Die Konzentrationsspanne wächst mit dem Alter. Diese Richtwerte werden in Ratgebern und in der Schulpraxis oft genannt. Sie sind keine feste Norm, helfen dir aber, realistisch zu planen.
| Alter | Konzentration am Stück | Was das im Alltag heißt |
|---|---|---|
| 3 bis 4 Jahre | etwa 5 bis 10 Minuten | Kurze Spiele mit viel Abwechslung |
| 5 bis 7 Jahre | etwa 15 Minuten | Kleine Lernportionen, dazwischen Bewegung |
| 7 bis 10 Jahre | etwa 20 Minuten | Hausaufgaben in Etappen, nicht am Stück |
| 10 bis 12 Jahre | etwa 25 Minuten | Längere Aufgaben gehen, Pausen bleiben wichtig |
Wenn du von deinem Sechsjährigen erwartest, dass er 45 Minuten still an den Hausaufgaben sitzt, ist Frust auf beiden Seiten fast sicher. Plane lieber kurze Etappen mit Pausen.
Und noch etwas: Diese Werte gelten für Aufgaben, die andere vorgeben, also Hausaufgaben, Unterricht oder Aufräumen. Bei selbst gewählten, spannenden Dingen bleiben Kinder oft viel länger dran. Das ist kein Widerspruch, das ist normal.
Die 7 häufigsten Ursachen für Konzentrationsprobleme
Bevor du an der Konzentration deines Kindes „arbeitest“, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen. Oft ist die Lösung nicht mehr Üben, sondern ein besserer Rahmen.
Der Kopf braucht den Körper. Kinder, die sich viel bewegen, kommen danach oft leichter zur Ruhe. Die WHO empfiehlt Kindern ab fünf Jahren im Schnitt mindestens 60 Minuten Bewegung am Tag, bei der sie ins Schwitzen oder außer Atem kommen.
Mehr zu Bewegung und Fokus →Im Schlaf sortiert das Gehirn, was es tagsüber gelernt hat. Müde Kinder sind unruhiger, vergesslicher und schneller gereizt. Fast jedes zweite Schulkind schläft mindestens einmal pro Woche schlecht.
Kinderschlaf-Guide →Schnelle Schnitte, Autoplay, ständig Neues: Das Gehirn gewöhnt sich an schnelle Belohnung. Eine einzige, ruhige Aufgabe fühlt sich dann zäh an. Verbieten hilft selten, besser ist: weniger passiv schauen, mehr selbst machen.
Bildschirmzeit-Guide →Streit, Angst, ein Umzug oder Druck in der Schule: Wenn Gefühle viel Platz brauchen, bleibt wenig übrig für Fokus. Dann hilft zuerst Verständnis, danach klappt auch das Lernen wieder besser.
Emotionen-Guide →Konzentration kommt in Wellen. Wer Hausaufgaben am Stück durchziehen will, verliert nach einer Weile den Faden. Kurze Pausen mit Bewegung laden den Akku wieder auf.
Mit leerem Bauch oder trockener Kehle denkt es sich schwer. Ein Frühstück, eine Brotdose und eine Wasserflasche in Reichweite sind einfache, gute Helfer.
Kinder konzentrieren sich schlecht auf Dinge, die ihnen nichts bedeuten. Das ist menschlich. Hilfreich ist, Aufgaben überschaubar zu machen und den eigenen Weg deines Kindes in den Fokus zu finden. Genau dafür gibt es im Konzentrationskurs drei Konzentrationstypen: Fokus Fuchs, Wellensurfer*in und Gedankenabenteurer*in.
Die drei Konzentrationstypen →Bewegung und Konzentration: der unterschätzte Zusammenhang
Wenn du nur an einer Stellschraube drehen willst, dann an dieser: mehr Bewegung. Denken, Wahrnehmung und Konzentration hängen gerade in der Kindheit eng mit Bewegung zusammen. Trotzdem wird das im Alltag oft übersehen. Das Bewegungs-Zeugnis 2022 gibt Kindern und Jugendlichen in Deutschland für ihre körperliche Aktivität nur die Note 4-.
Was Bewegung im Kopf bewirkt
Beim Toben schlägt das Herz schneller, das Gehirn wird besser durchblutet. Viele Kinder sind danach wacher und aufnahmefähiger.
Bewegung setzt Botenstoffe wie Dopamin frei. Die sind für Motivation und Aufmerksamkeit wichtig, also genau das, was beim Lernen fehlt.
Wer sich auspowert, lässt Anspannung los. Ein entspannter Kopf hat mehr Platz für eine Aufgabe.
Balancieren, klettern, auf einem Bein stehen: Das schult die Körperwahrnehmung. Kinder, die im Körper ankommen, kommen leichter auch im Kopf an.
Das muss nicht kompliziert sein. Kurze Bewegungseinheiten reichen: 10 bis 20 Minuten Kinderyoga, eine Runde Fangen im Garten, Balancieren auf dem Bordstein. Schon eine einzige Bewegungseinheit vor dem Lernen kann helfen, das zeigen erste Studien.

„Kinder brauchen keine Anweisung, still zu sein. Sie brauchen die Möglichkeit, sich erst auszutoben – und dann von selbst zur Ruhe zu finden.“
9 Strategien, die die Konzentration fördern
Konzentration lässt sich nicht erzwingen. Aber du kannst den Rahmen so gestalten, dass sie leichter fällt. Diese neun Strategien funktionieren im Familienalltag.
Nach der Schule erst zehn Minuten toben, hüpfen oder ein kurzes Kinderyoga-Abenteuer. Und zwischen zwei Aufgaben fünf Minuten Bewegungspause.
„Mach die ersten drei Aufgaben, dann machen wir Pause.“ Überschaubare Portionen schaffen kleine Erfolge und halten die Motivation oben.
Aufgeräumter Tisch, Handy außer Sichtweite, kein Fernseher im Hintergrund. Manchen Kindern helfen Kopfhörer gegen Geräusche oder leise Musik.
Ein fester Abendablauf mit einem ruhigen Moment, zum Beispiel einer Fantasiereise, hilft beim Einschlafen und damit auch am nächsten Morgen. Mehr im Kinderschlaf-Guide.
Gleiche Zeit, gleicher Ort, gleicher Ablauf. Dann kostet das Anfangen weniger Kraft und es bleibt mehr für die Aufgabe.
Drei tiefe Atemzüge vor dem Start, zum Beispiel als Drachen-Atem. Das beruhigt und markiert: Jetzt geht es los mit der Aufgabe.
Dein Kind liebt Dinosaurier? Dann rechnet ihr mit Dinos, lest über Dinos und macht Dino-Yoga. Begeisterung ist der beste Fokus-Helfer.
„Du bist zehn Minuten richtig drangeblieben!“ wirkt stärker als „Toll, alles richtig“. So lernt dein Kind: Dranbleiben lohnt sich, auch wenn es schwer ist.
Zwei- bis dreimal pro Woche 10 bis 20 Minuten. Dein Kind folgt einer Anleitung, hält die Balance, verbindet Bewegung und Atem und merkt dabei gar nicht, dass es Konzentration übt.
Welcher Konzentrationstyp ist dein Kind?
Nicht jedes Kind findet auf demselben Weg in den Fokus. Isabell unterscheidet im Konzentrationskurs drei Konzentrationstypen. Mit einem Selbsttest findest du heraus, welcher Typ dein Kind gerade ist, und startet mit den passenden Abenteuern. Die Typen können sich je nach Tag ändern, deshalb sind immer alle zwölf Abenteuer freigeschaltet.

Fokus Fuchs
Will sich konzentrieren, kommt aber nicht ganz im Hier und Jetzt an.

Wellensurfer*in
Voller Energie, schwankt zwischen Höhenflug und Tiefpunkt.

Gedankenabenteurer*in
Innerlich ständig in Bewegung, tausend Ideen gleichzeitig.
Der Konzentrationskurs setzt gezielt beim Typ deines Kindes an. Der Präventionskurs für 6- bis 12-Jährige übt Ruhe und Atem, jüngere Kinder starten im Club. Alle mit Geld-zurück-Garantie.
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Kinderyoga und Konzentration: Was die Forschung sagt
Kinderyoga ist mehr als Bewegung. Es verbindet Bewegung, Atem, Körperwahrnehmung und Fokus, also genau die Zutaten, die Konzentration braucht. In Deutschland hat der Psychologe Marcus Stück schon ab 1994 an der Universität Leipzig ein Entspannungstraining mit Yogaelementen für Kinder entwickelt und wissenschaftlich begleitet. Inzwischen gibt es auch internationale Studien.
Bei Fünfjährigen hat sich die Unaufmerksamkeit nach zwölf Wochen fast halbiert. Die Kinder waren auch weniger hyperaktiv.
Jarraya u. a., Frontiers in Psychology, 2019Sie liefern Hinweise auf bessere Aufmerksamkeit, bessere Selbstregulation und weniger Stress. Die Autorinnen nennen die Forschung noch vorläufig.
Khalsa und Butzer, Annals of the New York Academy of Sciences, 2016Nach 20 Minuten zügigem Gehen lösten Neunjährige Aufmerksamkeitsaufgaben genauer und lasen besser. Eine kleine Studie mit 20 Kindern.
Hillman u. a., Neuroscience, 2009Warum Kinderyoga die Konzentration fördert
Wer im Baum auf einem Bein steht, muss gleichzeitig das Gleichgewicht halten, der Anleitung folgen, den Körper spüren und Ablenkungen ausblenden. Das ist Konzentration pur, fühlt sich aber an wie ein Spiel.
Kinder lernen, ihren Atem bewusst zu lenken. Ein ruhiger Atem beruhigt das Nervensystem, und das hilft, die Aufmerksamkeit bei einer Sache zu halten, auch außerhalb der Matte.
Bei einer Fantasiereise schließt dein Kind die Augen und baut innere Bilder. Es bleibt bei einer Geschichte, ganz ohne äußere Reize. Genau das braucht es später beim Zuhören in der Schule.
Wie oft? Zwei- bis dreimal pro Woche 10 bis 20 Minuten sind ein guter Rhythmus. In der Studie mit Fünfjährigen waren es zweimal 30 Minuten über zwölf Wochen. Wichtiger als die Menge ist, dass es ein fester Teil eurer Woche wird. Im Präventionskurs kommt deshalb jede Woche ein Abenteuer dazu, und Eli, die Yoga-Elefantin, ist immer dabei. Am Ende kennt dein Kind fünf Atemübungen, die es überall einsetzen kann.
5 Konzentrationsübungen zum Ausprobieren
Diese Übungen klappen sofort, ohne Vorkenntnisse und ohne Material. Erzähl eine kleine Geschichte dazu, dann macht dein Kind nicht „eine Übung“, sondern wird zum Baum oder zum Drachen.
Der BaumBalance
Auf einem Bein stehen, den anderen Fuß an die Wade oder den Oberschenkel legen, die Arme wie Äste nach oben. So lange halten, wie es geht, und leise mitzählen. Dann Seite wechseln.
„Du bist ein starker Baum. Spür, wie deine Wurzeln in den Boden wachsen!“
Drachen-AtemAtem
Tief durch die Nase einatmen und dabei bis 4 zählen. Den Atem kurz anhalten. Dann langsam und kräftig durch den Mund ausatmen, wie ein Drache, der Feuer spuckt. Fünfmal wiederholen.
„Wie groß ist dein Drachenfeuer heute?“
AdleraugenWahrnehmung
Dreißig Sekunden im Raum umschauen und so viele Dinge wie möglich merken. Dann die Augen schließen und Fragen beantworten.
„Was steht auf dem Tisch? Welche Farbe hat das Kissen? Wo liegt das Buch?“
Stille Post mit dem KörperAchtsamkeit
Bequem hinsetzen, die Augen schließen und langsam durch den Körper wandern: Füße, Bauch, Schultern. Zum Schluss lauschen, was man hört.
„Wie fühlen sich deine Füße gerade an? Warm oder kalt?“
Der KriegerKraft
Ein großer Schritt nach vorn, das vordere Knie beugen, die Arme weit ausbreiten. Zehn Sekunden halten und ruhig atmen, dann Seite wechseln.
„Du bist eine mutige Kriegerin, ein mutiger Krieger. Nichts bringt dich aus der Ruhe!“

Konzentration fördern nach Alter
Was bei einer Vierjährigen wirkt, langweilt eine Zehnjährige, und umgekehrt. So kannst du dein Kind in jedem Alter unterstützen.
Alles über Spiel
Hier läuft Konzentration über Bewegung und Spiel. Kurze Kinderyoga-Einheiten von 5 bis 10 Minuten, Tierhaltungen wie der Baum und viel freies Toben sind die beste Förderung. Stille Übungsphasen kommen später.
Schulstart
Jetzt wird gezieltes Üben möglich. Balance-Haltungen, der Drachen-Atem als Startsignal und kleine feste Rituale vor den Hausaufgaben helfen deinem Kind, in den Fokus zu finden, ohne Druck.
Länger dranbleiben
Längere Aufgaben klappen, wenn sie in Portionen geteilt und von Bewegungspausen unterbrochen werden. Atem- und Achtsamkeitsübungen wie „Stille Post mit dem Körper“ schulen die Aufmerksamkeit.
Mehr Eigenverantwortung
Ältere Kinder finden ihre eigenen Lernrituale, nutzen Atempausen bei Prüfungsstress und genießen Fantasiereisen. Wichtig bleibt der Ausgleich durch Bewegung jeden Tag.
Konzentrationsübungen für die Grundschule
Gerade im Schulalltag gilt: Kinder brauchen Bewegung, um sich konzentrieren zu können, nicht erst als Belohnung danach. Die fünf Übungen von oben passen in weniger als fünf Minuten, am Platz im Klassenzimmer genauso wie zu Hause.
Für Eltern, Lehrkräfte und Erzieherinnen hat sich ein Dreiklang bewährt: eine Bewegungspause, eine kurze Atemübung und ein ruhiger, aufgeräumter Arbeitsplatz.
Der Hausaufgaben-Start in vier Schritten
- Bewegen5 bis 10 MinutenToben, hüpfen oder ein kurzes Kinderyoga-Abenteuer. So kommt die Energie aus dem Schultag raus.
- Atmen1 MinuteDrei Drachen-Atemzüge am Schreibtisch. Das ist das Startsignal.
- Eine Portionje nach AlterZum Beispiel drei Aufgaben. Nicht mehr, als in die Konzentrationsspanne passt.
- Pause2 bis 5 MinutenAufstehen, trinken, strecken. Dann folgt die nächste Portion.



ADHS oder normale Unaufmerksamkeit?
Viele Eltern fragen sich irgendwann: „Hat mein Kind ADHS?“ Diese Übersicht hilft dir beim Einordnen. Eine Diagnose ersetzt sie nicht. Die stellen Fachleute wie Kinder- und Jugendpsychiaterinnen oder Psychotherapeuten nach einer gründlichen Untersuchung.
- Gute Konzentration bei spannenden Aufgaben
- Probleme vor allem bei langweiligen oder schweren Aufgaben
- Wird besser mit Schlaf, Bewegung und Pausen
- Passt zur Konzentrationsspanne im Alter
- Nicht in allen Lebensbereichen gleichzeitig
- Probleme in allen Bereichen: Schule, Freizeit, Familie
- Seit mindestens sechs Monaten durchgehend
- Deutlich stärker als bei Gleichaltrigen
- Dazu große Unruhe, Impulsivität, Mühe mit Regeln
- Keine Besserung trotz gutem Rahmen
Gut zu wissen: ADHS zeigt sich nicht immer als Zappeln. Manche Kinder mit ADHS wirken eher verträumt und abwesend. Und umgekehrt ist nicht jedes wilde Kind krank.
Bei Jungen sind es gut 7 %, bei Mädchen etwa 3 %. Seit 2019 ist der Wert fast gleich geblieben.
DAK-Kinder- und Jugendreport 2026, Daten von 2024, 3 bis 17 JahreDer Anteil der Kinder mit Diagnose stieg von 6,1 % auf 11,4 %. Die Zahlen stammen aus zwei verschiedenen Erhebungen und zeigen deshalb nur den Trend.
Xu u. a., JAMA Network Open, 2018; Danielson u. a., Journal of Clinical Child and Adolescent Psychology, 2024Sie zeigen positive Effekte auf Unruhe und Unaufmerksamkeit. Viele Studien sind aber klein, die Autoren raten deshalb zur Vorsicht.
Chimiklis u. a., Journal of Child and Family Studies, 2018Was heißt das für dich? Die meisten Kinder, die sich schwer konzentrieren, brauchen vor allem einen besseren Rahmen. Wenn die Probleme bleiben, sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt. Und auch bei einer ADHS-Diagnose kann Kinderyoga eine schöne Ergänzung sein, weil es Bewegung, klare Struktur und Ruhe verbindet. Eine Therapie ersetzt es nicht, auch nicht der Konzentrationskurs.
Häufige Fragen zur Konzentration bei Kindern
Ab welchem Alter kann ich die Konzentration meines Kindes fördern?
Schon im Kleinkindalter. Für 3- bis 4-Jährige heißt das vor allem: viel Bewegung, freies Spielen und kurze, spielerische Übungen, zum Beispiel einfache Kinderyoga-Videos. Ab etwa 5 Jahren kommen gezieltere Übungen wie Balance-Haltungen und Atemübungen dazu.
Hilft Kinderyoga wirklich bei Konzentrationsproblemen?
Die Forschung ist noch jung, zeigt aber in eine klare Richtung. In einer Studie mit Fünfjährigen hat sich die Unaufmerksamkeit nach zwölf Wochen mit zweimal 30 Minuten Yoga pro Woche fast halbiert. Ein Überblick über 47 Studien an Schulen fand Hinweise auf bessere Aufmerksamkeit und Selbstregulation. Ein Wundermittel ist Kinderyoga nicht, aber Bewegung, Atem und Ruhe tun der Konzentration gut.
Mein Kind kann sich nur auf sein Lieblingsspiel konzentrieren. Ist das ein Problem?
Nein. Es zeigt, dass dein Kind sich konzentrieren kann, wenn Interesse und Motivation stimmen. Für weniger spannende Aufgaben helfen kürzere Portionen, Bewegungspausen und kleine Rituale.
Sollte mein Kind ein Konzentrationstraining machen?
Prüf zuerst die Basis: genug Schlaf, jeden Tag Bewegung, wenig passive Bildschirmzeit, regelmäßig essen und trinken. Oft reicht das schon. Kinderyoga ist ein spielerisches Konzentrationstraining ohne Leistungsdruck. Wenn du strukturiert starten willst, führt dich der Konzentrationskurs mit einem Selbsttest zu den passenden Abenteuern für den Konzentrationstyp deines Kindes.
Wie hängen Ernährung und Konzentration zusammen?
Hunger und Durst lenken ab. Ein Frühstück, eine Brotdose mit Obst, Gemüse oder Vollkorn und eine Wasserflasche in Reichweite helfen deinem Kind, bei der Sache zu bleiben.
Kann Bildschirmzeit die Konzentration schädigen?
Viel passiver Konsum, zum Beispiel Autoplay-Videos oder endloses Scrollen, gewöhnt das Gehirn an schnelle Reizwechsel. Studien finden Zusammenhänge mit mehr Aufmerksamkeitsproblemen, auch wenn Ursache und Wirkung nicht sicher geklärt sind. Aktive Bildschirmzeit, bei der dein Kind selbst etwas tut, wie beim Online-Kinderyoga, ist etwas anderes. Mehr im Bildschirmzeit-Guide.
Wie kann ich die Hausaufgaben-Situation verbessern?
Fünf Tipps: feste Zeit und fester Ort. Kurze Portionen mit Pausen. Bewegung davor, zum Beispiel zehn Minuten Kinderyoga. Ein aufgeräumter, ruhiger Arbeitsplatz. Und Lob für die Anstrengung, nicht nur für das Ergebnis.
Hat mein Kind ADHS?
Das kann nur eine Fachärztin, ein Kinder- und Jugendpsychiater oder eine Psychotherapeutin feststellen. Hinweise sind: Die Probleme bestehen seit mindestens sechs Monaten, zeigen sich in mehreren Lebensbereichen wie Schule, Freizeit und Familie und sind deutlich stärker als bei Gleichaltrigen. Dann sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.
Hilft Kinderyoga bei ADHS?
Erste Studien zeigen, dass Kinder mit ADHS von Yoga und Achtsamkeit profitieren können, zum Beispiel mit weniger Unruhe. Die Studien sind aber oft klein. Kinderyoga kann eine schöne Ergänzung sein, ersetzt aber keine Diagnostik und keine Behandlung.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlaf und Konzentration?
Einen sehr direkten. Im Schlaf verarbeitet das Gehirn, was dein Kind tagsüber erlebt und gelernt hat. Kinder, die schlecht schlafen, können sich am nächsten Tag meist schlechter konzentrieren. Tipps für ruhigere Abende findest du im Kinderschlaf-Guide.
Was tun, wenn sich mein Kind nicht konzentrieren kann?
Setz an der Ursache an, nicht am Symptom. Meist stecken zu wenig Bewegung, zu viele Reize, zu wenig Schlaf oder große Gefühle dahinter. Als schnelle Hilfe wirken eine kurze Bewegungspause und eine Atemübung wie der Drachen-Atem. Bleibt es über Monate in allen Lebensbereichen so, sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.
Was fördert schnell die Konzentration?
Am schnellsten wirkt Bewegung: ein paar Minuten toben, hüpfen oder eine kurze Kinderyoga-Einheit. Direkt vor einer Aufgabe helfen eine Atemübung wie der Drachen-Atem und ein Schluck Wasser.
Was besagt die 3-3-3-Regel für Kinder?
Die 3-3-3-Regel ist eine einfache Übung, um im Moment anzukommen: Dein Kind nennt drei Dinge, die es sieht, drei Geräusche, die es hört, und bewegt drei Körperteile. Das holt die Aufmerksamkeit aus dem Grübeln zurück, zum Beispiel bei Aufregung vor einer Klassenarbeit.
Zahlt die Krankenkasse einen Kurs für Konzentration?
Einen reinen Konzentrationskurs zahlt die Kasse nicht. Unser Präventionskurs Yoga-Abenteuer für Kinder ist aber nach § 20 SGB V zertifiziert (Kurs-ID KU-ST-9KWSK7) und übt Entspannung, Atem und Körpergefühl, das hilft auch der Konzentration. Er ist für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Deine Krankenkasse erstattet den größten Teil, den Rest legen wir drauf. Für jüngere Kinder passt der KIDSYOGA+ Club.
Was ist die K.I.D.S. Eltern Challenge™?
Die K.I.D.S. Eltern Challenge™ ist ein Programm für dich als Mama oder Papa: zehn Tage, jeden Tag etwa zehn Minuten, mit Impulsen für mehr Ruhe im Familienalltag. Sie kostet 59 €, Tag 1 kannst du kostenlos ansehen.
Konzentration ist keine Begabung, sondern eine Fähigkeit
Wenn sich dein Kind schlecht konzentriert, ist das kein Grund zur Sorge. Es ist ein Zeichen, dass im Alltag etwas angepasst werden darf. Mehr Bewegung, besserer Schlaf, weniger Reize und gezielte Übungen stärken die Konzentration deines Kindes nachhaltig.
- Konzentration lässt sich üben, wie ein Muskel, der mit Training stärker wird.
- Bewegung ist der beste Start: erst toben, dann lernen.
- Schlaf, Essen und Gefühle sind die Basis, ohne sie helfen keine Tricks.
- Kinderyoga verbindet alles: Bewegung, Atem, Körpergefühl und Fokus in einem Spiel.
- Die meisten Konzentrationsprobleme sind kein ADHS, oft hilft ein besserer Rahmen.
Dein Kind trägt die Fähigkeit zur Konzentration schon in sich. Es braucht nur gute Bedingungen, um sie zu entfalten. Das kann heute anfangen: mit zehn Minuten Bewegung, einem aufgeräumten Schreibtisch oder einem Kinderyoga-Abenteuer nach der Schule. Wenn dein Kind eher angespannt als unkonzentriert wirkt, findest du im Entspannungs-Guide passende Übungen.









